Warranty Management mit Felddatenanalyse

Zulieferteile sind oft bei verschiedenen Kunden, in mehreren Modellen, überall auf der Welt im Einsatz. Während der Gewährleistungszeit haftet der Hersteller für mögliche Mängel, doch auch Zulieferer übernehmen Verantwortung. Ein neues Software-Modul verarbeitet Felddaten systematisch und liefert wertvolle Informationen über Produkte im Feldeinsatz.

Die Grundlage für eine umfassende Analyse von Daten aus dem Feld ist die Generierung einer zuverlässigen Datenbasis. Bis jene Daten, die Zulieferer in Form von Belastungsanzeigen von ihren Kunden erhalten, für die Analyse bereitstehen, vergehen jedoch häufig Tage und Wochen. Zeit, die der Zulieferer nicht hat: Die Prüfung der eingegangenen Ansprüche ist eine Notwendigkeit, die sehr zeitnah erfolgen muss.

Die große Herausforderung von Gewährleistungsmanagement (engl. Warranty Management) ist es deshalb, die individuellen Kundendaten schnellstmöglich so aufzubereiten, dass wichtige Erkenntnisse aus ihnen abgeleitet werden können. Für das Sammeln, Standardisieren und Analysieren von Felddaten gibt es jetzt ein neues Software-Modul, das komplett in das CAQ-System BabtecQ integriert ist. Die Lösung liefert auch die Basis dafür, im Zweifelsfall einen qualifizierten Einspruch einzuleiten.

Kundendaten standardisieren

Die meisten Hersteller, von denen Zulieferer im Schadensfall Felddaten erhalten, greifen auf ein eigenes Datenformat zurück. Dadurch stehen an sich gleiche Informationen nur in unterschiedlich aufbereiteter Form zur Verfügung. Erst die Standardisierung in ein einheitliches Format schafft die Vergleichbarkeit der Daten.

Das Modul für Felddatenanalyse übernimmt diese Zusammenführung gemäß frei wählbarer Vorgaben. Einmalig erstellte Schablonen bringen die unterschiedlichen Kundenformate zusammen. Mit Hilfe von Wörterbüchern können spezifische Angaben wie z. B. das Land, die Schadensart oder das Modell in einen einheitlichen Sprachgebrauch gebracht werden. So ist garantiert, dass z. B. die Einträge „DE“, „DEU“, und „GER“ am Ende alle unter demselben Länderkürzel geführt werden und Ausfallschwerpunkte herstellerübergreifend lokalisiert werden können.

Gewährleistungsansprüche prüfen

Auch den Herstellern unterlaufen Fehler – sind die gemeldeten Gewährleistungsansprüche also wirklich alle berechtigt? Es ist zu prüfen, ob die vertraglichen Vereinbarungen eingehalten wurden und es sich überhaupt um valide Daten handelt. In der Software erfolgt die Überprüfung der Daten mit Hilfe von Validierungsregeln, die der Lieferant entsprechend seinen Anforderungen flexibel einstellt. So ist z. B. auf Knopfdruck ersichtlich, ob es sich um Ausfälle innerhalb der Gewährleistungszeit handelt oder ob vereinbarte Anerkennungsquoten bei der Berechnung der Ansprüche berücksichtigt wurden. Ist das nicht der Fall, kann auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse ein qualifizierter Einspruch eingeleitet werden.

Felddaten analysieren

Sobald eine valide Datenbasis vorliegt, können die Felddaten strukturiert analysiert und nützliche Informationen über die in aller Welt verstreuten Produkte gewonnen werden. Falls sich herausstellt, dass wirklich der Zulieferer für den Qualitätsmangel verantwortlich ist, muss Schadensbegrenzung betrieben werden. Es gilt, das Ausfallverhalten frühzeitig zu erkennen und in Folge fundierter Analysen schnell zu handeln. Dafür stellt die Software eine Reihe gängiger Analyseverfahren zur Verfügung. So informieren z. B. Schichtliniendiagramme über das Ausfallverhalten von Produkten in Abhängigkeit des Fahrzeugalters. Zudem werden automatisch Ausfallquoten je Produkt ermittelt; anhand der grafisch aufbereiteten Felddaten lassen sich Schwerpunkte und Trends ablesen. Darüber hinaus liefert die Anwendung statistischer Prognoseverfahren Aussagen darüber, wie sich Ausfälle bis zum Ende der Gewährleistungszeit und in Abhängigkeit der produzierten Mengen entwickeln werden.

Blick auf das Wesentliche

Was mit herkömmlichen Lösungen bis zu 80 Prozent der Bearbeitungszeit in Anspruch nimmt, erledigt die Software für Warranty Management automatisch. Die so gewonnenen Ressourcen können dann wieder für die wirklich wichtigen Aufgaben genutzt werden: die komplexe Analyse der Ursachen und die Einleitung wirksamer Korrekturmaßnahmen für die fortlaufende Verbesserung der Produkte.

Die Autorin

Dipl.-Ing. Katrin Stratmann

Katrin Stratmann ist Senior Produktmanagerin bei Babtec. Seit 2003 arbeitet sie an der Konzeption neuer Produkte und entwickelt die Software BabtecQ stetig weiter. Die Expertin für Warranty Management verantwortet das Modul für Felddatenanalyse.

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Simone Wagemeier
Simone Wagemeier
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