FMEA und Thinking Heads für den grünen Löwen

Das Formula Student Rennen am Hockenheimring ist beileibe kein Seifenkistenrennen, sondern bietet Hochtechnologie im Formel-1-Format. Unter der Leitung von Prof. Dr. Ing. Peter Gust kommen jedes Jahr technikbegeisterte Studenten aus allen Fachrichtungen hier zusammen, um gemeinsam ein Karbongeschoss mit professionellen Rennabsichten zu entwickeln.

Höhepunkt ist der Showdown am Hockenheimring, bei dem zahlreiche Nationen gegeneinander antreten: vom Germanistikstudenten, der für die PR zuständig ist über angehende Maschinenbauingenieure bis zum Wirtschaftsstudenten, der lieber schraubt, als Bilanzen zu prüfen. Mit am Start: Das Green Lion Racing Team aus Wuppertal, gut zu erkennen am grünen Löwen auf ihrem Boliden.

Erfolg erfordert einen Plan

Doppelt so groß wie ein Go-Kart und halb so groß wie ein Formel1-Wagen – getreu dem Motto „Selfmade“ konstruieren die Studenten fast alle Bestandteile ihres grünen Löwen selbst. Am Ende zählt weniger die Schnelligkeit als die überzeugendste Gesamtleistung in den Bereichen Konstruktion, Finanzplanung, Marketing und Rennperformance. Als fiktives Unternehmen nach Vorgabe des offiziellen Regelwerks der Formula SAE wird der Prototyp eines Formel-Rennwagens geschaffen. Logisch, dass die Qualitätssicherung dabei eine große Rolle spielt. Denn was wäre ein Rennwagen, der nicht geprüft Methode der Thinking Heads wurde genutzt, um effektive Konzepte durch die Ermittlung von Anforderungen und Lösungen zu erarbeiten und Kreativität sowie strukturiertes Denken zu beweisen. Das weltweite Ridl-Ausschreiben im letzten Jahr hat das Team unter anderem für sich entschieden. Auch dort haben die Jungs und Mädels sich ein zukunftstaugliches Konzept zum Thema „Automobilindustrie von morgen“ überlegt. Daraufhin unterstützte der Sponsor sie mit einer Kommunikationsausrüstung im Wert von 7.500 €. Auch für seine mediale Darstellung sammelte das Team hier wichtige Impulse.

Aus der Not wird eine Tugend gemacht

Für die Qualifikation zur Teilnahme am Rennen müssen die Studenten aus aller Welt ein Quiz zum Regelwerk so schnell wie möglich lösen. Im Gegensatz zu Unis aus Städten wie Hamburg oder Berlin ist die Gruppe vom Green Lion Racing Team sehr klein. Klar, wenn man die Unterstützung von Porsche oder BMW bekommt, die besten Dozenten an seiner Seite hat und das Team dann auch noch aus fünfmal mehr klugen Köpfen besteht, bietet das natürlich einen entscheidenden Vorteil. Die Wuppertaler Studenten lassen sich davon jedoch nicht einschüchtern. Aus der Not wird eine Tugend gemacht – bereits im letzten Jahr punktete das Team mit Köpfchen und Schnelligkeit und konnte sich so gegen die anderen Teams behaupten. Mit 7 Minuten und 58 Sekunden sicherten sie sich im letzten Jahr den 14. von 426 Plätzen und qualifizierten sich somit für das Rennen. Fahren darf, wer am meisten konstruiert hat.

Zukunftsvisionen

Dabei sind die Tüftler von heute die Topingenieure von morgen! Das haben auch die OEMler begriffen. Auf den Rennbattles sind alle großen OEM-Konzerne mit ihren Personalern vertreten um den renommierten Nachwuchs direkt von der Rennstrecke weg anzuwerben. Denn die Hauptmotivation neben dem Spaß am Projekt ist auch die Möglichkeit, praktische Erfahrungen sowohl in der Konstruktion und Fertigung als auch mit den verbundenen wirtschaftlichen Aspekten zu sammeln und somit das eigene Studium zu bereichern. Das erklärt auch, warum die jungen Leute ihre Freizeit lieber dem Projekt widmen als Pokemons nachzujagen. 2017 baut das Racingteam nun seinen fünften Wagen. Die Petrol Heads haben sich Großes vorgenommen – dieses Jahr soll das autonome Fahren ins Spiel kommen. Ein großer Fortschritt, wenn man bedenkt, dass diese Automatisierung noch nicht einmal auf dem "echten" Automobilmarkt richtig Fuß gefasst hat.

Fans willkommen

Alles in allem wäre das Team ohne Unterstützung nicht in der Lage, ein so großes Projekt alleine zu meistern. Sponsoren spielen sowohl bei der Finanzierung als auch beim nötigen Know-how eine unerlässliche Rolle. Aus diesem Grund hat sich die Babtec Informationssysteme GmbH dazu entschlossen, das Projekt zu unterstützen.

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