Die ISO 9001:2026 löst die bisherige Fassung ISO 9001:2015 ab und rückt Themen wie Qualitätskultur, ethisches Verhalten und Chancenorientierung stärker in den Fokus. Auch der Klimawandel ist jetzt fester Bestandteil des Normtextes. Neu im eigentlichen Sinn ist das allerdings nicht: Die Anforderung wurde bereits zuvor per Änderung 1 in die ISO 9001:2015 aufgenommen und in der Revision nun in die reguläre Norm übernommen. Sie betrifft das Kapitel 4 („Kontext der Organisation“):
- Kapitel 4.1 (Verstehen der Organisation und ihres Kontextes): Unternehmen müssen bestimmen, ob der Klimawandel für sie ein relevantes Thema ist.
- Kapitel 4.2 (Erwartungen interessierter Parteien): Interessierte Parteien können Anforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel haben, zum Beispiel Kunden, die Angaben zu CO₂-Emissionen verlangen. Diese Anforderungen sind zu berücksichtigen.
Wichtig dabei: Die ISO 9001 bleibt eine Qualitätsmanagementnorm. Sie verlangt kein komplettes Klimamanagement und keine konkreten Klimaschutzmaßnahmen, sondern eine begründete Bewertung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich der Klimawandel auf die Fähigkeit des Unternehmens auswirkt, Produkte und Dienstleistungen in gleichbleibender Qualität zu liefern. Sie sollten nachvollziehbar darlegen können, anhand welcher Kriterien Sie die Relevanz beurteilt haben – auch dann, wenn das Ergebnis „nicht relevant“ lautet. Praktisch gehört der Klimawandel damit in die Kontextanalyse, in die Betrachtung von Risiken und Chancen und in die Erfassung der Stakeholder-Erwartungen. Da Standards wie die IATF 16949 auf der ISO 9001 aufbauen, ist das Thema auch dort relevant.
Für Unternehmen ist das ein guter Anlass, Nachhaltigkeit nicht als Sonderthema zu behandeln, sondern in die bestehenden Qualitätsprozesse zu integrieren.