Wie sich der prozessorientierte Ansatz in der Praxis auswirkt, zeigt ein einfaches Beispiel: der Auftragsabwicklungsprozess. Statt den Ablauf nur abteilungsweise zu betrachten – Vertrieb nimmt den Auftrag an, Einkauf bestellt Material, Fertigung produziert, Versand liefert aus –, wird der gesamte Weg vom Kundenauftrag bis zur Auslieferung als ein zusammenhängender Prozess mit einem Prozessverantwortlichen betrachtet.
Dieser Prozessverantwortliche behält den kompletten Ablauf im Blick, auch über Abteilungsgrenzen hinweg. Kommt es zu Lieferverzug, weil die Fertigung auf Material aus dem Einkauf wartet, ist nicht „die Fertigung“ oder „der Einkauf“ allein zuständig, sondern der Prozess als Ganzes wird analysiert: Wo genau ist der Informationsfluss ins Stocken geraten? Diese ganzheitliche Sicht macht es deutlich leichter, Ursachen zu finden und nachhaltig abzustellen, statt nur Symptome zu bekämpfen.