Visualisierung der Grundsätze des Qualitätsmanagements im Kontext der ISO 9001
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Grundsätze des Qualitätsmanagements

Manuel Klötzer / 28.01.2026

Die Grundsätze des Qualitätsmanagements bilden das Fundament moderner Qualitätsmanagementsysteme und prägen maßgeblich die Anforderungen der ISO 9001. Sie geben Orientierung für Führung, Prozesse und Entscheidungen – stellen Unternehmen jedoch oft vor Herausforderungen. Denn erst im Zusammenspiel aller Grundsätze zeigt sich, wie wirksam Qualitätsmanagement tatsächlich gelebt wird.

Was sind die 7 Grundsätze des Qualitätsmanagements?

Ausführlich beschrieben werden die 7 Grundsätze des Qualitätsmanagements nicht in der ISO 9001 selbst, sondern in der verwandten Norm ISO 9000 (Qualitätsmanagementsysteme – Grundlagen und Begriffe). Diese definiert zunächst grundlegende Konzepte, gefolgt von den hier beschriebenen Qualitätsmanagement-Grundsätzen. Beides gemeinsam soll Organisationen dazu befähigen, „Herausforderungen zu begegnen, die durch ein Umfeld verursacht sind, das sich von dem vergangener Jahrzehnte grundlegend unterscheidet.“¹ Wichtig ist dabei, dass keiner der Grundsätze isoliert zu betrachten ist, sondern alle sieben als Ganzes. Zudem betont die Norm, dass kein Grundsatz wichtiger ist als ein anderer.

Die Qualitätsmanagement-Grundsätze im Überblick

So wie die Norm selbst richten sich auch die 7 Grundsätze des QM nicht explizit an Unternehmen, sondern bewusst an Organisationen jeder Art und Größe. Dabei führt die ISO 9000 zu allen 7 Grundsätzen jeweils Aussage, Begründung sowie mögliche Hauptvorteile und Maßnahmen auf. Die folgende Übersicht fasst diese Kerngedanken in verdichteter Form zusammen:

  1. Kundenorientierung: Im Mittelpunkt stehen die aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Kunden sowie das frühzeitige Aufgreifen relevanter Entwicklungen – mit dem Anspruch, Kundenerwartungen zu übertreffen. Damit schafft das Qualitätsmanagement die Grundlage für Kundenzufriedenheit, Kundenbindung und langfristigen Erfolg.
  2. Führung: Führungskräfte auf allen Ebenen sorgen dafür, dass Zweck, Ausrichtung und strategische Ziele klar definiert sind und verstanden werden. Sie schaffen die Voraussetzungen, unter denen sich Mitarbeitende für die Erreichung der Qualitätsziele engagieren können. Damit fördern sie eine einheitliche Ausrichtung, Vertrauen und Leistungsfähigkeit.
  3. Engagement von Personen: Kompetente, befähigte und engagierte Personen in der gesamten Organisation sind wesentlich für die Wertschöpfungsfähigkeit insgesamt. Es wird sichergestellt, dass Personen auf allen Ebenen einbezogen werden und ihre Fähigkeiten zum Nutzen der Organisation einsetzen können. Dies unterstützt die wirksame und effiziente Führung und Steuerung.
  4. Prozessorientierter Ansatz: Stabile Ergebnisse entstehen leichter, wenn Aktivitäten als zusammenhängende Prozesse geplant, gesteuert und aufeinander abgestimmt werden. Die systematische Betrachtung von Wechselwirkungen und Abhängigkeiten verbessert das Verständnis für Zusammenhänge und Risiken. So werden Voraussetzungen geschaffen, um Ziele wirksam zu erreichen.
  5. Verbesserung: Organisationen müssen kontinuierlich bestrebt sein, ihre Leistung zu verbessern, um auf interne und externe Veränderungen reagieren zu können. Systematische Verbesserung stärkt die Anpassungs- und Weiterentwicklungsfähigkeit, um Chancen zu nutzen und Abweichungen wirksam zu korrigieren. Damit bleibt das Qualitätsmanagement nachhaltig wirksam und anpassungsfähig.
  6. Faktengestützte Entscheidungsfindung: Entscheidungen werden fundierter und nachvollziehbarer, wenn sie auf geprüften Daten und belastbaren Auswertungen basieren. Ein systematischer Umgang mit Fakten erhöht Objektivität, Transparenz und Vertrauen in Entscheidungen. Dadurch können Ursachen besser verstanden und Maßnahmen gezielt abgeleitet werden.
  7. Beziehungsmanagement: Für nachhaltigen Erfolg ist es entscheidend, Beziehungen zu relevanten interessierten Parteien gezielt zu steuern und weiterzuentwickeln. Solche Beziehungen tragen dazu bei, den Wertbeitrag der Organisation zu sichern und unterstützen damit ihre langfristige Leistungsfähigkeit und Stabilität.
Übersicht der sieben QM-Grundsätze nach ISO 9001

Warum sprechen manche Quellen von 8 QM-Grundsätzen?

Insbesondere ältere Darstellungen sprechen anstatt von 7 häufig noch von 8 Grundsätzen des Qualitätsmanagements. Diese Zählweise ist nicht komplett falsch, sondern schlicht veraltet: Im Zuge der einer umfangreichen Überarbeitung (im Normenkontext als Revision bezeichnet) wurde die Anzahl im Jahr 2015 auf die noch heute gültigen sieben reduziert. Hierzu wurde der Grundsatz „Systemorientierter Managementansatz“ in den „Prozessorientierten Ansatz“ integriert.² 

Aktueller Stand der ISO-Normen und laufende Revision

Derzeit werden die Normen ISO 9000 und ISO 9001 überarbeitet; eine Veröffentlichung der neuen Fassungen wird für das Jahr 2026 erwartet. Unabhängig davon ist anzunehmen, dass die Grundsätze des Qualitätsmanagements auch künftig die konzeptionelle Basis moderner Qualitätsmanagementsysteme bilden. Die Ausführungen in diesem Artikel beziehen sich auf die derzeit gültigen Fassungen der ISO 9000 und ISO 9001 (jeweils Ausgabe 2015).

Wie sind die 7 Grundsätze des Qualitätsmanagements in der ISO 9001 verankert?

Während die 7 Grundsätze des QM also durch die ISO 9000 definiert werden, bilden sie gleichzeitig auch ein wichtiges Fundament für die Anwendung der ISO 9001. Diese betont bereits in ihrer Einleitung: „Diese internationale Norm basiert auf den in ISO 9000 beschriebenen Grundsätzen des Qualitätsmanagements.“² Wenn Unternehmen also im Rahmen von Audits die Konformität mit den Anforderungen der ISO 9001 nachweisen, zeigen sie: Hier werden die Grundsätze des Qualitätsmanagements ernstgenommen. Gleichzeitig schaffen sie damit die Basis für nachhaltigen Erfolg.

Umsetzung der QM-Grundsätze in der Unternehmenspraxis

Eine wertvolle Handreichung, um dies zu ermöglichen, bildet die ISO 9000 selbst, indem sie zu jedem der QM-Grundsätze bereits mögliche Maßnahmen aufzählt. Zum ersten Grundsatz „Kundenorientierung“ beispielsweise werden als mögliche Maßnahmen unter anderem das Erkennen von direkten und indirekten Kunden, das Verstehen von Erfordernissen und Erwartungen und deren Kommunikation in der Organisation, die Entwicklung und Herstellung entsprechender Produkte und Dienstleistungen sowie die Messung der Kundenzufriedenheit angeführt.

Weniger konkret ist die Norm bei der Wahl der Werkzeuge. Dies ist jedoch keine Schwäche, sondern eine bewusst gewählte Vorgehensweise: Da sich ISO 9000 und ISO 9001 an Organisationen jeder Art und Größe wenden, müssen sie eine riesige Spannweite unterschiedlichster Herausforderungen und Rahmenbedingungen abdecken. Ob für den konkreten Anwendungsfall etwa ein Schwarzes Brett, eine Tabellenkalkulation oder eine spezielle Software das Mittel der Wahl ist, wird deshalb bewusst offen gelassen.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Umsetzung?

Welche Vor- und Nachteile die jeweilige Lösung mit sich bringt, zeigt sich schnell im Alltag, aber auch bei der Vorbereitung auf ein Audit. In vielen Fällen sind nämlich Informationen zu Prozessen, Maßnahmen oder Qualitätsdaten nicht an einer zentralen Stelle zu finden: Sie sind verteilt auf unzählige Tabellen, Dateiordner, E-Mails und so weiter. Hinzu kommen riesige Mengen an Wissen in den Köpfen der Mitarbeitenden, das nirgendwo dokumentiert ist. Die Folge sind Medienbrüche, Mehraufwand und die Gefahr von Fehlern durch doppelte Datenpflege. Transparenz und Nachvollziehbarkeit bleiben entsprechend auf der Strecke.

Ein erneuter Blick auf die 7 Grundsätze des QM offenbart: Diese zu erfüllen, ist ohne eine einheitliche und leicht zugängliche Datenbasis fast unmöglich. Denn wie sollen zum Beispiel faktengestützte Entscheidungen möglich sein, wenn diese Fakten gar nicht für die beteiligten Personen zugänglich sind? Derartige Bezüge lassen sich über alle Grundsätze hinweg herstellen. Deshalb stoßen isolierte Tabellen, Wissensinseln und Einzeltools mit steigender Komplexität schnell an ihre Grenzen. Im schlimmsten Fall verbringen Mitarbeitende mehr Zeit mit der Suche nach Informationen oder dem händischen Übertragen von Daten als mit ihrer eigentlichen Arbeit.

Wie können digitale Lösungen bei der Umsetzung der Grundsätze helfen?

Die wirksamste Strategie, um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist der Einsatz einer durchgängigen, integrierten QM-Software, die auch die Anforderungen an Integrierte Managementsysteme (IMS) berücksichtigt. Diese Software vereint alle Aufgaben des Qualitätsmanagements – einschließlich etwa Anforderungs- und Prozessmanagement oder Dokumentenlenkung – und greift dabei auf eine einheitliche Datenbasis zurück. So werden Datensilos, Inkonsistenzen und manuelle Aufwände spürbar reduziert oder ganz vermieden.

Gleichzeitig sind wichtige Informationen wie Prozesse, Handlungsanweisungen oder unternehmensinterne Regelungen für alle Beteiligten strukturiert verfügbar. Denn die 7 Grundsätze des Qualitätsmanagements und damit auch die ISO 9001 verstehen Qualitätsmanagement als ein ganzheitliches System. Eine integrierte Softwarelösung für Qualitätsmanagement und Integrierte Managementsysteme bildet insofern die sicherste und effizienteste Lösung, um alle Grundsätze des Qualitätsmanagements vollumfänglich abzubilden.

So unterstützt Babtec-Software bei der Erfüllung der QM-Grundsätze

Laptop, darauf zu sehen die Modulübersicht von BabtecQ

Die vollintegrierte Babtec-Software unterstützt Ihr Unternehmen dabei, alle Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem sowie an ein Integriertes Managementsystem vollumfänglich zu erfüllen. Aus einer Vielzahl von Modulen wählen Sie genau die, die für Ihre Herausforderungen notwendig sind. Auf diese Weise leben Sie ein ganzheitliches Verständnis von Qualität im Sinne der QM-Grundsätze aus ISO 9000 und ISO 9001.

Quellen

¹ DIN EN ISO 9000:2015 – Qualitätsmanagementsysteme – Grundlagen und Begriffe, Abschnitt 2.1

² DIN EN ISO 9001:2015 – Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen, Abschnitt 0.2

³ DIN EN ISO 9000:2015 – Qualitätsmanagementsysteme – Grundlagen und Begriffe, Nationales Vorwort

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