Mitarbeiter von KLEINER Stanztechnik bei der Qualitätsprüfung eines Stanzwerkzeugs

Qualität als Zukunftstreiber

Jürgen Fäßler / 24.08.2026

Stanzteile sind oft klein, unauffällig und doch entscheidend. Sie arbeiten im Hintergrund – in Fahrzeugen, elektronischen Baugruppen, Energielösungen oder medizinischen Anwendungen. Dort müssen sie zuverlässig funktionieren, dauerhaft belastbar sein und höchste Anforderungen erfüllen. Für KLEINER ist die Qualität der Teile deshalb weit mehr als ein Prüfmerkmal am Ende der Produktion, sondern Voraussetzung für Vertrauen, Wachstum und das Erschließen neuer Branchen.

Das familiengeführte Unternehmen zählt seit mehr als 40 Jahren zu den führenden Spezialisten im Werkzeugbau und in der Stanztechnik. An vier Standorten produzieren heute mehr als 470 Mitarbeitende täglich über sieben Millionen Stanzteile für unterschiedlichste Anwendungen. Zum Portfolio gehören Hochleistungsstanzwerkzeuge, Präzisionsstanzteile, Baugruppen, Musterteile sowie individuelle Entwicklungslösungen. Die Kunden kommen unter anderem aus Automotive, New Energy, Elektronikindustrie, Werkzeug- und Formenbau sowie Medizintechnik.

Seit 2026 gehört auch die PSM Protech GmbH & Co. KG zur KLEINER Group. Damit wurde das Leistungsspektrum um Kunststoff-Metall-Verbundtechnik, Hybridlösungen, Montagekompetenz und Sondermaschinenbau erweitert. Für KLEINER ist das ein wichtiger Schritt, um sich in einem dynamischen Markt breiter aufzustellen. Gleichzeitig steigen mit neuen Produkten, neuen Branchen und neuen Kundenanforderungen allerdings auch die Erwartungen an ein transparentes, belastbares und durchgängiges Qualitätsmanagement.

Produktion und Werkzeugbau bei KLEINER Stanztechnik mit Mitarbeiter an einer Stanzmaschine

Kein Platz für aufwendige Datenbearbeitung

Bereits 2002 entschied sich KLEINER für den Einsatz einer spezialisierten QM-Lösung; in erster Linie, weil die Datenbearbeitung zunehmend aufwendig wurde. Viele Abläufe erfolgten händisch, Informationen mussten manuell zusammengeführt werden und gleichzeitig wurden die Anforderungen aus dem Automotive-Sektor immer anspruchsvoller. Gerade in einem Umfeld, in dem Qualität, Rückverfolgbarkeit und Prozesssicherheit zentrale Voraussetzungen für gute Kundenbeziehungen sind, reichten manuelle Prozesse nicht mehr aus. KLEINER benötigte eine Lösung, die Qualitätsdaten strukturiert erfasst, auswertbar macht und die Organisation im Tagesgeschäft wirksam unterstützt.

Mit Babtec fand das Unternehmen einen passenden Anbieter, der schon damals sämtliche Anforderungen erfüllte und sich zugleich stark im mittelständischen Markt entwickelte. Die ersten eingesetzten Module waren das Prüfmittel- und das Reklamationsmanagement, Schritt für Schritt kamen weitere Bausteine hinzu – darunter Erstbemusterung, Prüfdatenerfassung, APQP, CAD-Integration und Audit. Aus einer anfänglichen Lösung für einzelne Qualitätsaufgaben wurde so im Laufe der Jahre ein zentrales, integriertes Tool für das Qualitätsmanagement.

BabtecQ als verbindendes Element

Heute nutzt KLEINER die Babtec-Software vor allem zur Erfassung und Auswertung von Fertigungsdaten. Ziel ist es, die gleichbleibend hohe Qualität der Produkte sicherzustellen – unabhängig davon, ob es sich um mittlere Serien, Großserien, neue Projekte oder kundenspezifische Entwicklungslösungen handelt. Besonders wichtig ist dabei die durchgängige Dokumentation gegenüber Kunden. Bei Neuprojekten unterstützt Babtec mit Modulen wie APQP, Erstbemusterung, der Stempelung sowie Integration von CAD-Zeichnungen, FMEA und Control-Plan. In der Serie kommen die fertigungsbegleitenden Prüfungs- und Auswertungsmodule hinzu. Aufkommende Reklamationen werden über strukturierte 8D- und 4D-Methodiken bearbeitet.

Aus all diesen Bausteinen entsteht ein Qualitätsprozess, der nicht nur einzelne Prüfungen dokumentiert, sondern Zusammenhänge sichtbar macht: von der Anforderung über die Planung und Erstbemusterung bis zur Fertigungsprüfung und Reklamationsbearbeitung. Der zentrale Vorteil liegt für KLEINER in der Transparenz der Daten. Informationen lassen sich schneller finden, Kennzahlen können über Dashboards ausgewertet und Maßnahmen konsequent nachverfolgt werden – eine Zeit- und Aufwandersparnis in sämtlichen Bereichen.

Qualität als Türöffner für neue Branchen

KLEINER bewegt sich in einem Markt, der sich stark verändert. Klassische Automotive-Anforderungen bleiben wichtig, gleichzeitig gewinnen neue Felder wie New Energy, Elektronik, Medizintechnik oder Hybridlösungen weiter an Bedeutung. Diese Branchen bringen eigene Standards, spezifische Kundenanforderungen und hohe Erwartungen an Prozesssicherheit mit. Für KLEINER ist ein softwaregestütztes Qualitätsmanagement deshalb ein wichtiger strategischer Baustein. Denn wer neue Branchen erschließen will, muss Qualität nicht nur produzieren, sondern auch nachweisen können. Kunden erwarten dokumentierte Prozesse, belastbare Kennzahlen, strukturierte Freigaben und eine klare Nachverfolgbarkeit von Maßnahmen.

Babtec unterstützt KLEINER dabei, diese Anforderungen systematisch abzubilden. Die Software macht Qualitätsdaten verfügbar, verbindet relevante Prozessschritte und schafft Transparenz über Abteilungen hinweg. So wird Qualität zu einem Argument im Wettbewerb – und das nicht nur in bestehenden Märkten, sondern auch bei der Gewinnung neuer Kunden aus anderen Branchen.

Vom Shopfloor bis zum ERP-System

Eine wichtige Voraussetzung für die Wirksamkeit der Software ist die Anbindung an bestehende Systeme und Maschinen. Bei KLEINER bestand eine zentrale Herausforderung darin, Maschinen über Schnittstellen für den Datenimport einzubinden. Einige Anlagen mussten dafür mit einer Q-DAS-Schnittstelle ausgestattet werden. Hierbei und auch bei weiteren größeren Systemveränderungen spielte Babtec eine Schlüsselrolle. 

Ein Beispiel: Bei der Umstellung auf SAP ERP im Jahr 2010 wurden generierte Daten automatisiert an Babtec weitergeleitet. Dafür waren neue Schnittstellen erforderlich. In der Praxis arbeitet KLEINER vor diesem Hintergrund mit einer klaren Aufgabenteilung: Babtec dient als Arbeitstool für die Qualitätsprozesse, während bestimmte Daten anschließend in SAP weiterverarbeitet werden – bspw. im Bereich Lieferantenbewertung. Der einheitliche Datenbestand ohne Redundanzen ist in diesem Fall essenziell. 

Dass 2011 auch das SAP-QM-Modul geprüft wurde, zeigt, wie bewusst KLEINER die Entscheidung für eine reine QM-Lösung getroffen hat. Am Ende überzeugte die fachliche Tiefe einer spezialisierten Software. Positiv bewertet KLEINER außerdem, dass sich Babtec kontinuierlich weiterentwickelt, denn Märkte, Normen und Kundenanforderungen verändern sich ständig und die eingesetzte Software muss mit diesen Veränderungen Schritt halten. Hinzu kommt, dass Babtec das Unternehmen zu jeder Zeit mit fachlichem Know-how und praxisnaher Begleitung bei individuellen Anpassungen unterstützt – auch über die umfangreiche Standardausführung hinweg.

Dashboards schaffen Transparenz – bis zur Geschäftsführung

Die Fertigungsprozesse bei KLEINER bringen spezielle Anforderungen an das Qualitätsmanagement mit sich. Prüfzyklen werden nicht immer nur nach Zeit oder Stückzahl gesteuert. Und je nach Prozess spielen auch feste Produktionszyklen eine Rolle – etwa die Anzahl von Kisten oder Spulen, ein neuer Materialring, ein Umbau, die Erstteilprüfung oder die Letztteilprüfung. Eine Besonderheit war deshalb die zyklische Erfassung von Produktaudits und Requalifikationen inklusive terminlicher Erinnerung an Zykluszeiten. Diese Aspekte wurden im Prüfplan im Bereich der Warenausgangsprüfung über ein Skip-Lot-Verfahren integriert. Spezielle Skripte ermöglichen außerdem eine Darstellung in der FMEA und dem Control-Plan. So unterstützt die Babtec-Software nicht nur die Standardprozesse, sie bietet auch Lösungen für die Herausforderungen eines hochspezialisierten Stanztechnikunternehmens.

Ein zentrales Element im Qualitätsalltag sind in diesem Kontext die Dashboards. Unterschiedliche Bereiche und Abteilungen nutzen eigene Übersichten, um Aufgaben, Daten, Störungen und zu erledigende Maßnahmen im Blick zu behalten. Besonders Aufgaben und Maßnahmen stehen dabei im Fokus. Sie helfen sicherzustellen, dass Anforderungen nicht nur erkannt, sondern auch umgesetzt werden. Zusätzlich gibt es ein zentrales QS-Dashboard, das monatlich an die Geschäftsführung berichtet wird. Qualität wird damit sowohl ganz praktisch in der QS-Abteilung betrachtet als auch als Führungs- und Steuerungsthema im Unternehmen verankert.

Qualität in allen Abteilungen

Passend dazu ist die stärkere Einbindung weiterer Abteilungen als essenzieller Entwicklungsschritt zu nennen. Vertrieb und Projektmanagement werden zunehmend in das Babtec-Ökosystem integriert: Über die browserbasierte Nutzeroberfläche können Beteiligte ganz leicht eingebunden werden – ohne dass der oder die jeweilige Anwender:in tief in die Software eingearbeitet werden muss. Das eröffnet neue Möglichkeiten für Zusammenarbeit und Transparenz. Informationen können dort ergänzt werden, wo sie entstehen. Rückfragen, Maßnahmen und Prozessschritte werden nachvollziehbarer. Für KLEINER zeigt sich dadurch, dass durchgängige Qualität nicht nur Thema eines Fachbereichs ist – sie betrifft alle Bereiche im Unternehmen.

Für eine konstruktive, abteilungsübergreifende Zusammenarbeit bietet die  Babtec-Software weitere Module, die sich nicht speziell auf die Qualitätsarbeit beschränken. Aktuell prüft KLEINER unter anderem das Modul „Anforderungsmanagement“: In Kombination mit den bereits genutzten Checklisten sowie Risiken und Chancen soll es künftig helfen, kundenspezifische Anforderungen noch strukturierter zu erfassen und auszuwerten. Besonders die übergreifende Auswertung produktspezifischer Merkmale steht dabei im Fokus. 

Einblicke in die Stanztechnik bei KLEINER mit Produktionsanlage und gefertigten Metallbauteilen

Die Basis für Zukunftsfähigkeit

Für KLEINER ist Babtec heute weit mehr als eine Software zur Datenerfassung. Die Lösung unterstützt das Unternehmen dabei, Qualitätsprozesse durchgängig abzubilden, Fertigungsdaten auszuwerten, Reklamationen strukturiert zu bearbeiten und Maßnahmen konsequent nachzuverfolgen. Zudem dient es als Plattform abteilungsübergreifender Zusammenarbeit.

Die Babtec-Software hilft maßgeblich dabei, Unternehmensziele wie stabile Prozesse, hohe Transparenz, verlässliche Dokumentation und kontinuierliche Verbesserung nachhaltig zu erreichen. Gleichzeitig schafft die Software eine wichtige Grundlage, um neue Branchen zu erschließen. Denn je anspruchsvoller Märkte und Kunden werden, desto entscheidender wird Qualität als messbarer und nachweisbarer Wettbewerbsvorteil. Präzision entsteht bei KLEINER also nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis aus Erfahrung, Technologie, klaren Prozessen – und einem zuverlässigen Qualitätsmanagement, das mit den Anforderungen der Zukunft mitwächst.

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