Viele Unternehmen unterschätzen, wie stark Qualitätsmängel ihre Wirtschaftlichkeit beeinflussen. Typische Kostentreiber sind übermäßige Prüfaufwände, ineffiziente Prozesse, Nacharbeit oder der Materialverbrauch durch Ausschuss. Hinzu kommen indirekte Aufwendungen wie Stillstände, Umrüstzeiten oder Planänderungen. Auch im administrativen Bereich schlagen Qualitätskosten zu Buche: Mehr Meetings, mehr Freigabeschleifen, mehr Dokumentation – all das bindet Ressourcen, die an anderer Stelle fehlen. In Summe entstehen so hohe Prozesskosten, die nur selten direkt als Qualitätskosten verbucht werden, aber in der Realität das Ergebnis belasten.
Der erste Schritt zur Reduzierung von Qualitätskosten besteht darin, Qualitätsmängel überhaupt sichtbar zu machen. Oft bleiben sie im Verborgenen, weil sie sich nicht sofort auf den ersten Blick zeigen. Ein Teil fehlerhafter Produkte wird vielleicht schon in der Fertigung aussortiert – aber was ist mit den kleinen Abweichungen, die erst später auffallen oder nie dokumentiert werden? Um solche Schwachstellen systematisch zu erkennen, braucht es eine Kombination aus Datenanalyse, Prozessbeobachtung und Feedback: In der Praxis bedeutet das, regelmäßig Kennzahlen wie Ausschussquoten, Nacharbeitszeiten oder Reklamationsraten zu erfassen und auszuwerten. Häufen sich Abweichungen an bestimmten Maschinen, bei bestimmten Produkten oder Schichten, ist das ein klarer Hinweis auf Prozessprobleme. Auch interne Audits können dabei helfen, potenzielle Fehlerquellen frühzeitig zu identifizieren.
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